Hatschi oder doch h & chi ?

Der Herbsturlaub ist da und ab geht die Sternenreise.

Nach der Anregung von Ralf (hier auf seiner Webseite) erinnerte ich mich an den Double Cluster, oder auch h & chi Perseus. Im Insiderkreis Kreis auch Christian’s Hatschi genannt (und wer die alten Geschichten verfolgt hat, weiß auch warum). Lange nicht mehr fotografisch versucht und natĂŒrlich geeignet  meinen Stand der Dinge in Bezug auf die Astrofotografie mal zu klĂ€ren. Habe ich mich verbessert, oder besser gesagt, bin ich in meinem Alter noch lernfĂ€hig?

Der Abend war wie geschaffen. Durch die Erfahrung mit dem Dumbbellnebel, wusste ich ja, das Gerödel arbeitet am besten wenn ich nicht da bin. Da Mittwoch bei uns ja Tanzen anliegt, lag es natĂŒrlich nahe, vorher schön alles einzustellen und dann gemĂŒtlich die Frau auf der TanzflĂ€che herumwirbeln. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Nach der Tanzstunde fiel mir sofort auf, das die Aufnahmen nicht perfekt waren. Die Kamera musste um 90° gedreht werden, um den Double-Cluster vernĂŒnftig aufs Bild zubekommen. Also alles abgebrochen, die Kamera gedreht und neu gestartet. Jetzt aber. Denkste. Nach zwei Aufnahmen kam mir das Bild in der Vorschau mehr als seltsam vor und eine genaue Betrachtung ergab: Unscharf. Beim drehen der Kamera hatte sich der Fokus verstellt. Also neu einstellen und ein dritter Neuanfang. Perfekt, 25 Aufnahmen eingestellt und sich gemĂŒtlich auf die Couch gelegt.

PĂŒnktlich um 1 Uhr nachts waren alle Aufnahmen im Kasten und ich ab nach draußen zum abbauen und dann ins warme Bett. Ein Blick zum Himmel – wunderbar. Doch dann plötzlich – ein deutlich sichtbarer Meteor (in dem Fall nennt man das Bolide) mit langem Schweif, der dann in der AtmosphĂ€re in unzĂ€hlige Teile zerbarst. Was fĂŒr ein Anblick und was fĂŒr ein Zufall. Direkt in der NĂ€he der Plejaden.

Hm, Plejaden. Toll, die Frau steht auf die Plejaden. Warum nicht die Nacht verlĂ€ngern und auch noch die Plejaden mitnehmen? Montierung eingestellt und 15 Aufnahmen in der Programmierung. Wird bis drei Uhr dauern. Egal, dafĂŒr ist der Urlaub doch da. Wieder zurĂŒck auf die Couch und ein Buch in die Hand.

3 Uhr. Die Aufnahmen dĂŒrften fertig sein, also raus zum abbauen (wieder einmal). Die TerrassentĂŒr aufgemacht. Ja, was ist das denn? Dick und fett das Sternbild Orion. Um diese Jahreszeit schon? Sieht das gut aus. Mann, mann, der Orionnebel wĂ€re doch auch noch eine Reise wert. Nun gut, warum nicht. Bis fĂŒnf Uhr war alles erledigt. Ich auch, dazu eine triefnasse SternenhĂŒtte (so lange war die noch nie auf gewesen). Jetzt aber alles zu und ab ins Bett, der Große kommt um fĂŒnf von der Nachtschicht, der bekommt einen Schock wenn der alte Herr noch auf ist.

Es war herrlich. Zeit fĂŒr einen Vergleich mit einer alten Aufbahme (hier aus dem Jahre 2008). Zuerst die neue Aufnahme und darunter die Ă€ltere. Möge jeder sein Urteil selber fĂ€llen:

 

h & chi

 

 

Double Cluster 2008