Ein Besuch beim ITT 2012

Herbstzeit gleich Urlaubszeit. Seit vielen Jahren fahren wir schon im Herbst mit Freunden gemeinsam in den Urlaub. die Wahl unseres gemeinsamen Urlaubsortes gestaltet sich immer schwer. Dieses Mal wollten mir alle eine Freude bereiten und trotz der kurzen Zeit (eine Woche) eine Tour nach √Ėsterreich planen, weil ich mal ge√§u√üert hatte¬†ich w√ľrde gerne¬† ein Teleskoptreffen besuchen. Und da etwa (leider nicht ganz) genau zu dem Reisezeitpunkt das Teleskoptreffen ITT in K√§rnten (Emberger Alm)¬†stattfand, nahmen wir diesmal einen weiten Anfahrtsweg in kauf.

Das ITT begann schon am Mittwoch und unser Anreisetag war ja erst am Samstag, aber es sollte doch gen√ľgen eine Eindruck zu bekommen und da ich ein reines Teleskoptreffen n0ch nie erlebt habe, war ich mal gespannt was ich denn so erwarten durfte. Meine Idee war es, nach unserer Ankunft,¬†mich mit dem Auto an der Elmberger Alm absetzen und Frau und Freunde sch√∂n in der Unterkunft zu lassen um die halbe Nacht dort zu verbringen. Gleich vorweg, es hat nicht so geklappt. Meinen Dank an Frau und Freunde die sich oben am Berg selbst √ľberlassen waren, um mir die M√∂glichkeit zu geben den Abend zu genie√üen.

Die Anfahrt zur Emberger Alm gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht, eine spezielle Ausschilderung zum Treffen selbst gab es nicht und die Wegbeschreibung aus dem Internet war f√ľr einen Ruhrgebietler doch etwas schwammig (etwa die Aussage „Fahren die Strasse im Ort 9 km entlang“, selbst in √Ėsterreich gibt es mehr als eine Strasse) aber eine freundliche √Ėsterreicherin kannte sich in ihrem Zuhause aus (konnte aber¬†mit dem Begriff Teleskoptreffen gar nichts anfangen) und schloss mit den Worten „Lassen sie sich nicht Irritieren, der Weg dauert etwas“. Gutes M√§dchen, klug gesprochen, ein Junge aus dem Ruhrgebiet w√§re denn auch nach einer Viertelstunde entnervt umgekehrt. Die Strasse schl√§ngelte sich um den¬† Berg und die schlaffen 9 km bis auf eine H√∂he von 1800 m schafft man in der Rekordzeit von 45 Minuten (und das am hellichten Tage), es sei den Traktoren oder¬†todesmutige √∂sterreichische Autofahrer planen die Lebenszeit erheblich zu verk√ľrzen. Schnell war klar, das mich mitten in der Nacht keiner von diesem Berg abholt, noch dazu der letzte Teil ohne Licht gefahren werden sollte.

Beim Aussteigen entsch√§digte daf√ľr schon mal eine grandiose Aussicht die M√ľhe. Ich wohne doch im falschen Land.

 

Ankunft Emberger Alm

 

So muss der freie Blick nach S√ľden sein. Ob man meine kleine Gartensternh√ľtte hierhin transportieren k√∂nnte?

Nach der St√§rkung in dem Gasthof der¬†Emberger Alm √ľberlie√ü ich Frau und Freunde sich selbst und erfragte¬†bei der netten Gastwirtin meinen Erkundungsweg. Sehr freundlich und hilfsbereit das Madl. Ihr Mann hatte wohl schlechten Sinn und zeigte kein Interesse mir ein paar Information und Hilfe geben zu wollen und so erkl√§rte sie mir kurzerhand die einzelnen Standorte, das keiner von den Organisatoren mehr da sei¬†und dr√ľckte mir einen Schl√ľssel in die Hand mit den Worten „Wenn’s die Sternwarte sehn wolln, dann nehms den Schl√ľssel, is die mit dem Saturn“. Aha, mein verbl√ľfftes Gesicht war wahrscheinlich fernsehreif.

Also zuerst mal die Telesopstandorte besucht. Aufgeteilt in visuelle und fotografisch orientierte Sternenfreunde. Gute Idee. Dazu auf mehren Fl√§chen weitr√§umig verteilt. Platz genug gab es ja. F√ľr die Fotografische Liga gab es extra M√∂glichkeiten f√ľr die Stromversorgung

 

Visuelle Ecke

 

Fotografische Ecke

 

Ganz schnell war man mit den wirklich netten Gleichgesinnten in ein Gespr√§ch vertieft und¬†√ľberaus freundlich mit Fragen willkommen, dass hat man so¬†sehr selten. Auch der bei einbrechender Dunkelheit sp√§tere Besuch der fotografischen Liga war total unkompliziert und brachte mir nette Gespr√§che und Tipps. Solche Lockerheit und problemloses Aufnehmen eines „Fremden“ (und dazu noch ohne Teleskop) gibt einem¬†ein richtig gutes Gef√ľhl. Meinen Dank daf√ľr an alle Gespr√§chspartner f√ľr das freundschaftliche und unkomplizierte Willkommen.

Zwischendurch die Suche nach der Sternwarte. Hmm, mehrere H√ľtten gab es ja, aber was hatte es da mit den Saturn auf sich? Egal, bei der ersten H√ľtte den Schl√ľssel ausprobiert und passte. √úbrigens waren die Fotografen sp√§ter etwas verbl√ľfft das wir in der Sternwarte waren. Die Aussage lautete etwa „Ich komm schon f√ľnf Jahre und hab noch nie den Schl√ľssel bekommen.“ Tja, bei dem engen Dirndl f√§llt es eben schwer ihr nur in die Augen zu schauen, funktioniert bei Frauen aber immer. Seltsamerweise passte der Schl√ľssel auch bei der zweiten Sternwarte und so konnten dann Frau und Freunde mal etwas gr√∂√üere „H√ľtten“ bewundern.

Sternwarte aussen

 

Sternwarte innen

 

Sternwarte 2 innen

 

Wirklich tolle Sternwarten und mit Sicherheit reizvoll. Das wäre mal einen Astrourlaub wert.

Danach plauschte ich eine lange Zeit mit Kollegen, die an einer H√ľtte f√ľr die Nacht ihre Teleskope aufgebaut hatten und nun auf die Nacht warteten. Tolle Gespr√§che und viele kleine Tipps und die aufgebauten Spechtelinstrumente verk√ľrzten die Zeit bis zum Anbruch der D√§mmerung. Die Sicht war wirklich grandios und ein Sternenhimmel zum Niederknien. Die Frau war so begeistert das sie Tage sp√§ter die Gelegenheit nutzte, allen Mut zusammen nahm, einen Paragliding Flug buchte und eben von diesem Berg h√ľpfte. Respekt.

Fazit. Der Besuch hat sich gelohnt und der Wunsch mal mit eigenem Teleskop mehrere Nächte dort zu verbringen wächst.

 

blick aufs Drautal

 

Beginn der Dämmerung