{"id":697,"date":"2012-10-17T16:42:10","date_gmt":"2012-10-17T16:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.reisen-im-licht-der-sterne.de\/?p=697"},"modified":"2018-08-21T09:52:21","modified_gmt":"2018-08-21T09:52:21","slug":"jupiter-mit-der-dslr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.reisen-im-licht-der-sterne.de\/?p=697","title":{"rendered":"Jupiter mit der DSLR"},"content":{"rendered":"<p>Jupiter ist der K\u00f6nig der zweiten Nachth\u00e4lfte, also sollte er eine Beobachtung wert sein. Leider steht er nur etwa gegen 4 Uhr morgens so g\u00fcnstig im Blickfeld meiner kleinen Gartenwarte, das also fr\u00fches Aufstehen nicht zu vermeiden war. Urlaub ist auch nicht, also muss etwas vom Sch\u00f6nheitsschlaf geopfert werden.<\/p>\n<p>Mir war au\u00dferdem klar, dass ich es beim ersten Mal nicht hinbekommen w\u00fcrde und so plante ich schon mal zwei kurze (Schlaf)N\u00e4chte ein. Den ersten Teil wollte ich nutzen um die Vorbereitung (bei mir immer ein besonderes Thema) endlich mal optimaler anzugehen. Welche Adapter brauche ich um in den Fokus zu kommen? Welche Belichtungszeiten sind die optimalsten? Wie zentriere ich vern\u00fcnftig? Das wollte ich im Vorfeld alles f\u00fcr mich selbst kl\u00e4ren, um sp\u00e4ter genug Zeit f\u00fcr die eigentlichen Aufnahmen zu haben. Es fehlt eben halt an Erfahrung.<\/p>\n<p>Das erste fr\u00fche Aufstehen. Und das erste Problem. Das Initalisieren der Montierung versagte komplett. Sch\u00f6n im Kreis fuhr die Montierung das Teleskop herum. Nanu? Sollte mich jetzt endlich der Fluch der Celestron CGE erwischt haben? Wie im Internet und vielen Foren kontrovers diskutiert (und hier in einem Beobachtungsbericht schon mal angesprochen) zickt die CGE des \u00f6fteren und die Probleme liegen wohl an der Verkabelung der beiden Achsen. Problemvorschl\u00e4ge \u00a0gibt es viele, aber keine klang so wirklich befriedigend. Aber ich war ja beim ITT 2012 und habe dort einen wirklichen netten Astrokollegen kennengerlernt, der mir (auf das Problem angesprochen) eine kleinen Trick zeigte, worin das Problem im eigentlichen Sinn besteht. Es liegt am Massekontakt der Kabel und ist ganz einfach mit einem kleinen Schraubenzieher zu l\u00f6sen, indem man die Massenkontakte etwas auseinander biegt (das soll in einem sp\u00e4teren Artikel ein eigenes Thema werden). Und was soll ich sagen, mein lieber netter Kollege ich stehe tief in deiner Schuld. Einen herzlichen Dank f\u00fcr den Tipp.<\/p>\n<p>Knapp zwei Stunden verbrachte ich damit heraus zu finden, wie man auf einfache Weise (und mit welchen Okular) Jupiter sch\u00f6n mittig einstellt, welche Belichtungszeiten (bei ISO 1600) am besten passen d\u00fcrften und welche Adapter n\u00f6tig sind um den Fokus zu treffen. Da blieb dann wirklich am Ende nur noch Zeit f\u00fcr kurze Testaufnahmen. Der Arbeitgeber ruft zur Arbeit. Ein erste Blick auf einige Testbilder zeigten doch einen ziemlich schwachen und reichlich unscharfen Jupiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"vertical-align: middle;\" src=\"http:\/\/www.reisen-im-licht-der-sterne.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/Jupiter_test.jpg\" alt=\"Jupiter Test\" width=\"300\" height=\"222\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter nun die Chance auf klares Wetter am Morgen und so sollte der zweite Teil gestartet werden. Um 4 Uhr klingelt der Wecker. Sch\u00f6n ruhig aufstehen, damit die Frau nicht wach wird und der Blick aus dem Fenster zeigt das leichte Schleierwolken aufziehen. Egal, ich will&#8217;s wenigstens probieren. Da die Vorarbeit sich richtig gelohnt hat, war alles schnell aufgebaut und eingestellt. Zwei Reihen Testbelichtung und ich glaubte den richtigen Punkt erwischt zu haben. Die ausgesuchte Brennweite lag bei 2,8 m. Da ich mir nicht ganz sicher war, mussten 1000 Aufnahmen pro Reihe gen\u00fcgen. Als Kamera diente die gute alte Canon 40d und als Programm benutze ich &#8222;ImagesPlus CameraControl&#8220;. Dort hat man die M\u00f6glichkeit, Aufnahmen aus dem &#8222;LiveView&#8220; im bmp-Format abspeichern zu lassen. Das dauerte in dem Fall etwa 2 Minuten und l\u00e4sst beim n\u00e4chsten Mal noch Spielraum nach oben. Knapp 5-6 Minuten sind beim Jupiter m\u00f6glich, bevor die Eigenrotation des Planeten Details verschwimmen lassen. Das Bearbeiten der Einzelbilder ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Genau wie bei DeepSky-Aufnahmen muss man \u00fcben, \u00fcben und nochmals \u00fcben. Auch hier benutze ich pers\u00f6nlich das Programm &#8222;ImagesPlus&#8220;, weil mir die Bearbeitung logisch erscheint und mir das Programm bei den DeepSky-Bildern gute Dienste leistet. Andere Programme wie Registax oder Giotto m\u00f6gen vielleicht bessere Ergebnisse erzielen, wenn man sich denn damit auskennt und sich lange genug eingearbeitet hat.<\/p>\n<p>Das\u00a0Ergebnis\u00a0wird keinen Preis gewinnen, aber die n\u00e4chste Jupitersaison kommt bestimmt und die Erfahrung kann man ja nutzen. Es sollte ja nur zeigen ob Planeten mit einer DSLR auch zu machen sind. Und die beiden Monde Callistro und Ganymed gab es als Zugabe dazu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Jupiter mit der DSLR\" href=\"http:\/\/www.reisen-im-licht-der-sterne.de\/Bildergalerie\/Sonnensystem\/Jupiter_DSLR\/2012_10_17_Jupiter_DSLR.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"vertical-align: middle;\" src=\"http:\/\/www.reisen-im-licht-der-sterne.de\/Bildergalerie\/Sonnensystem\/Jupiter_DSLR\/2012_10_17_Jupiter_DSLR.jpg\" alt=\"Jupiter mit der DSLR\" width=\"600\" height=\"506\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jupiter ist der K\u00f6nig der zweiten Nachth\u00e4lfte, also sollte er eine Beobachtung wert sein. Leider steht er nur etwa gegen 4 Uhr morgens so g\u00fcnstig im Blickfeld meiner kleinen Gartenwarte, das also fr\u00fches Aufstehen nicht zu vermeiden war. Urlaub ist auch nicht, also muss etwas vom Sch\u00f6nheitsschlaf geopfert werden. 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