Donnerstag, April 18, 2024

Astrotrac: Die ersten Gehversuche

Ja wirklich, das mit den tollen Fotos habe ich erst einmal abgehakt. Da soll sich doch der Ralf mit rumschlagen (smile). Und dem lieben Christian musste ich auch klar machen, das ich mein Equipment nicht mehr aus der Sternwarte reiße (und die Schlepperei ist in meinem Alter ist auch nichts mehr).

Und jetzt? Das Ende? Nö, der alte Kerl will noch so viel ausprobieren. Die Weihnachtsgeschenke habe ich mir in barer Münze auszahlen lassen und um die obigen Worte gerecht werden zu lassen, habe ich mir als Gegenwert eine Astrotrac gekauft. Nicht, das ich viel Hoffnung habe das Teil jemals auszureizen.

Gestern war es soweit. Christian will spechteln gehen und ich also zum ersten Male die Astrotrac geschnappt und hinein mit den Teil ins Auto. Nanu, warum ist das Auto so leer? Astrotrac, Fotostativ, Kamera, das war’s. Hmm, kommt mir komisch vor, das sieht so wenig aus. Egal, Christian wartet. Und was macht der Kerl? Muss seinen Dobson justieren, Fang- und Grundspiegel. Klar, er hatte ja auch nur knapp ein Jahr Zeit. Aber was soll’s, ein bißchen helfen, ein paar Schrauben drehen und dann geht’s los.

Dunkler Himmel und die Milchstrasse im Zenit. Super, das verspricht viel. Aufbauen ist angesagt, Stativ und Astrotrac aus dem Wagen geholt, aufgestellt und das Batteriefach angeklemmt, Kamera oben drauf und fertig. Jetzt kommt das eichen mit dem Polsucher. Die Beschreibung sagt: Polarstern in der Markierung zentrieren und für’s erste reicht das. Ob das mal stimmt? Gemacht, getan und den Startknopf an der Astrotrac gedrückt. Die grüne LED leuchtet. Eine erste Aufnahme, 30 Sekunden. Sehr schön – längliche Sterne. War das vielleicht doch nicht der Polarstern? Im Polsucher sieht alles so anders aus. Nein, er war es. Das Stativ vielleicht nicht in Waage – nein alles okay. Nochmal eine Aufnahme, 15 Sekunden. Wieder Striche. Toll, das bekomme ich auch ganz ohne alles hin. Sollte mich das Schicksal ereilen, das ich wieder mal nichts kapiere?

Ganz ruhig, lieber Frank. So ein Depp kann ich doch gar nicht sein. Mal überlegen. Mit dem Ohr an die Astrotrac und – nichts. Müsste man nicht wenigstens den Motor hören? Hmm, was nun? Aus purer Verzweiflung nochmals den Startknopf gedrückt, oha – die grüne LED blinkt jetzt und ein leichtes Summen ist zu hören. So stand das doch gar nciht in der Anleitung. Nochmal eine Aufnahme – 1 Minute, ISO1600. Oh, oohh, ooohhhhh! Folgendes Bild (Ausschnitt):

 

Astrotrac 1 Minute

 

Das sieht doch gut aus. Nur Mut warum nicht gleich 2 Minuten, ooohhhh:

 

Astrotrac 2 Minuten

 

So viel Glück kann man doch gar nicht fassen. Kurz umgeschaut, fällt mir vielleicht gerade der Mond auf dem Kopf? Nein alles okay.

Es kann losgehen. Welche Objekte nehme ich nur? Der Herznebel lohnt sich vielleicht, aber wo ist er nur? Neben Cassiopeia – irgendwo. Eine Viertelstunde sucherei bringt die Erkenntniss – das wird nichts. Mensch Kerl, nimm doch einfache Objekte. Der Orion leuchtet doch wunderbar, die Plejaden finde selbst ich ohne Probleme. Eben, ganz langsam beginnen. Die ersten Schritte sind getan. Nach zwei Stunden werden die Füße kalt, die Teleskope sind mit einer  gefrorenen Reifschicht bedeckt und wir packen zusammen. Noch ein bißchen geklönt und dann geht’s ins Bett. Die erste Sternenreise mit der Astrotrac liegt hinter mir.

 

M42 mit der Astrotrac

 

Flammen- und Pferdekopfnebel mit der Astrotrac

 

 

 

 

 

 

 

 

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