Dienstag, Juli 23, 2024

NGC 7000 – Nordamerikanebel

Die letzten Septembertage waren überaus sonnig und die Nächte sternenklar, wenn auch mit nächtlichen Temperaturen von annähernd 20 °C. Zeit also, die Gartenhütte aus dem Sommerschlaf erwachen zu lassen.

Nächte mit diesen Temperaturen sind nicht geeignet für eine ungekühlte DSLR. Aber durch die Sommerpause und dem Coronavirus hatte ich Zeit, mir alte Aufnahmen anzusehen und dabei ist mir aufgefallen das ich meine (für mich) besten Aufnahmen immer mit der guten alten Canon gemacht habe. Warum also nicht? Das bei 20°C das Rauschen der 13 Jahre alten Kamera doch erheblich sein dürfte war mir klar, aber ich wollte sowieso mal die umgebaute Technik in der Gartensternwarte ausprobieren. Auf Grund des Alters musste ich im Sommer dort dringend die Stromversorgung erneuern und das inzwischen völlig unübersichtliche Kabelgewirr nervte doch erheblich. Ob aber alles funktionieren würde?

Der erste Abend war also mehr eine Grundtestung des  Equipments.

Der Nordamerikanebel mit dem TSD61EDPH mit 280mm Brennweite war optimal zum Üben geeignet. Erst ein paar Wochen zuvor hatte ich auf der Festplatte eine uralte Aufnahme aus 2007 entdeckt. Damals noch aufgenommen mit einer Canon 350d mit einem Sigma 300mm Tele an einem Spechtelort in Wesel. Eine Aufnahme mit 1×5 Minuten und 1×8 Minuten. Keine Flats, keine Darks, einfach so. Heute bin ich immer noch erstaunt das auf der Aufnahme überhaupt was zu erkennen ist. Man würde heute nur ein müdes Lächeln ernten wenn man diese Aufnahme präsentieren sollte. Trotzdem, das waren damals die ersten Schritte.

Zurück in die jetzige Zeit. Die ersten Aufnahmen dauerten nur insgesamt eine halbe Stunde (10×3 Minuten) und sollten zeigen, ob die Stromversorgung funktionierte und der Umbau keine neuen Probleme verursachte. Es klappte alles sehr gut und eigentlich lohnt es sich nicht solch eine Serie überhaupt zu bearbeiten. Aber sie zeigt sehr schön wie eine Aufnahme sich durch längere Belichtungszeiten entwickelt. Hier sieht man ganz gut, das das Rauschen noch vorhanden und Details nur ansatzweise zu erkennen sind. Da reicht eine so kurze Belichtungszeit  einfach nicht aus um mehr Details zu entwickeln. Außerdem zeigt sich die hohe Temperatur nachteilig bei der DSLR. Darks sind da dringend notwendig.

Der zweite Abend mit 30×3 Minuten Belichtung und ordentlichen Darks, Flats und Bias sieht dann schon besser aus und selbst der Pelikannebel ist zu erkennen. Fürs tiefste Ruhrgebiet und meinem nachbarlichen Chemiewerk schon mehr als ich erwartet hatte. Das machte Lust auf einen dritten Abend und eine weitere Belichtungsserie. Es war bestimmt interessant zu sehen was sich bei weiteren (zusätzlichen) Aufnahmen noch ergeben würde und lernen konnte man dabei auch noch.

Also nochmals eine zusätzliche Reihe von 30×3 Minuten. Dabei wurden die vorherigen Darks, Flats und Bias benutzt und auch PixInsight kam endlich mal wieder bei der Bildbearbeitung zum Einsatz (wenn es auch noch nicht so ganz ohne Photoshop-Feinschliff geht).

Die Endergebnis sind also 3 Stunden Belichtungszeit bei ISO800 und und dem guten alten IDAS-LPS-Filter, der immer noch eine gute Arbeit gegen die Lichtverschmutzung leistet. Keine Aufnahme mit der man einen Preis gewinnt, aber es hat Spaß gemacht und man (ich) hat wieder was gelernt.

Teleskop: TS61EDPH, Kamera: Canon 40da, 30 x 3 Minuten bei ISO800, IDAS-LPS-Filter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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