Sonntag, Juni 16, 2024

Elephant’s Trunk – Neues von Jörg

Es gibt mal wieder Sehenswertes vom Jörg. IC1396 (Elephant’s Trunk) war das Ziel eines seiner letzten Aufnahmen (hier der Link zu seiner Seite „Astrofotografie im Revier“).

Ich hatte das Glück die Entwicklung der Bildbearbeitung bis zum Endbild mit zu erleben und das ist, so glaube ich, einen Bericht wert. Aufgenommen wurde das Objekt mit sogenannten Schmallbandfiltern. Das sind Filter (hier HAlpha, OIII, und SII-Filter), die nur in gewissen Wellenlängen durchlässig sind (hier Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel). Dies bedeutet in der Praxis, dass selbst in licht verschmutzten Gegenden kontrastreiche Aufnahmen möglich sind. Nach der Bearbeitung und Zusammenführung der einzelnen Kanäle sieht das Bild auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig aus, was daran liegt, das als Grundlage die Hubblefarbpalette benutzt wird. Diese Art von Aufnahmen haben jedoch einen außerordentlichen Reiz, da sie sehr schön Strukturen herausarbeitet und eine räumliche Tiefe bilden.

Hier nun die die allererste bearbeite Aufnahme. Auf den ersten Blick sehr bunt und stellenweise ist das Rauschen auffällig. Ich finde Schmallbandaufnahmen in der Bearbeitung sehr schwierig, die einzelnen Aufnahmen den Farbkanälen zuzuordnen ist nicht ganz so einfach wie man glaubt. Selbst kleinste unterschiedliche Bearbeitungen der einzeln Kanäle (die ja vorher getrennt bearbeitet werden) geben dann beim Zusammenführen  bunte (manchmal bis kitschbunte) Ergebnisse. Aber das ist ja alles relativ.

 

Die erste Aufnahme

Elephant's Trunk die erste

 

Jörg war nicht ganz zufrieden mit seinem Ergebnis (okay weit weg von Highend-Aufnahmen mancher Hobbyastronomen), aber es war die allererste Schmallbandaufnahme und ich fand das gar nicht so übel. IC1396 ist wohl eines der schwierigsten Objekte die man Fotografieren kann und für die allererste Schmallbandaufnahme ein ziemlich hochgestecktes Ziel. Jörg’s Ziel war es jetzt durch die Bildbearbeitung das Rauschen im Griff zu bekommen und, wenn möglich, die Farbgebung etwas „ansprechender“ darzustellen.

Ich (und wahrscheinlich viele andere auch), möchte immer so viel wie möglich aus den Aufnahmen herausholen, was zur Folge hat, dass man viel zu sehr an den Reglern dreht. Das gewünschte Objekt kommt dann zwar mehr zu Vorschein, aber meistens immer zu lasten des Hintergrundes der dann im Rauschen untergeht. Dazu kommt, dass man ja noch viel zu wenig Erfahrung in der Bildbearbeitung hat (bei HAlpha-, OIII- und SII-Aufnahmen noch mehr, als bei „normalen“ Bildern) und sich auch manchmal einfach nur im Kreis bewegt. Wenn man sich dann mit anderen austauschen kann (was nicht bedeutet, dass die es besser können), verlässt man aber gelegentlich diesen „eigenen“ Kreis und kommt plötzlich auf ganz andere Ideen. Nicht immer sind diese Ideen von anderen wertvoll, oder bringen einen sofort weiter, aber es beginnt eine Art Entwicklung (Darwin würde sagen „Evolution“), die dazu beiträgt dass man nach einiger Zeit eine fertig bearbeitete Aufnahme erhält, die so ganz anders ist als am Anfang.

So auch hier. Der Artikel soll dazu aufrufen nicht sofort entmutigt aufzugeben und die Aufnahme verschämt im hintersten Winkel der Festplatte zu verstecken. Aller Anfang ist schwer und das gilt besonders in der Astrofotografie. Das anschließende Bild ist schließlich das Endprodukt der langen Prozedur der Bildbearbeitung. Immer noch ein gutes Stück von einer perfekten Aufnahme entfernt, aber ich finde eine wunderbares Bild eines Sternentstehungsgebiet und für ein erstes Schmallband (noch dazu mit einem so schwierigen Objekt) mehr als nur vorzeigbar. Ich bin fest davon überzeugt das Jörg bei anderen Objekten im Schmallband wundervolle Aufnahmen liefern wird.

Vielen Dank an Jörg,der mir freundlicherweise zu gestattet die Bilder einzubinden (beim Klick auf die Bilder gelangt man auf die Webseite vom Jörg).

 

 Das „finale“ Ergebnis nach der Bearbeitung

IC1396 Ergebnis

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