Mondfinsternis 2015

Bisher sind alle Mondfinsternisse an mir vorbei gegangen. Entweder war es bewölkt oder von der Arbeit war nicht frei zubekommen. Jetzt passte endlich mal alles und so war die Freude groß endlich mal einen Blutmond live zu erleben.
Um 2:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Die Frau wollte auch dabei sein und opferte freiwillig ihren Schönheitsschlaf. Equipment, Kaffee, ein paar Leckereien und ab ins Auto. Nur eine kurze Strecke, da wir uns in der Nähe mit einem Kollegen (Werner) verabredet hatten, den ich vor kurzem auf Grund einer Fotoausstellung kennen- und schätzen gelernt hatte. Sein Tipp als Ort die HOAG-Fahrradtrasse zu wählen war goldrichtig. Glatte Sicht ohne störende Elemente, was will man mehr.
Das ich lange nicht mit einem reinem Objektiv gearbeitet habe merkte man sofort. Das Scharfstellen ist doch mächtig schwer und ich sehnte die schöne Feineinstellung vom Jörg herbei. Das ist eine Anschaffung die ich unbedingt benötige. So schlugen Werner und ich uns eine Weile damit herum, während die Frau schon den Beginn der Mondfinsternis genießen konnte.
Knappe drei Stunden verbrachten wir in angenehmer Atmosph√§re und sternenklarem Himmel. Das Sternbild Orion leuchtete dominant im S√ľden um bei schwindenden Mondlicht noch deutlicher als markante Konstellation zu strahlen. Selbst M42 war ansatzweise zu erkennen. Ich hoffte das Stephan das bemerkte und sich daran auch noch versuchen w√ľrde (was er dann tats√§chlich auch gemacht hat).

W√§hrend der totalen Bedeckung rief die Frau pl√∂tzlich, da k√§me ein zweiter Mond von der gegen√ľberliegenden Seite. H√§, tats√§chlich im ersten Moment konnte man glauben da tauchte im Osten ein Himmelsk√∂rper auf. Es war ein dunkelgrauer Hei√üluftballon (update: oh, oh, Werner sagte es ist ein Gasballon, was der alles so wei√ü) der um diese Zeit wohl einen Ausflug geplant hatte und nur durch langes intensiven Beobachten als solches zu erkennen war. Kein schlechter Anblick und eine tolle Idee zur Mondfinsternis eine Ballonfahrt zu planen. Direkt neben dem Ballon war die Venus schon leuchtend am Horizont aufgegangen bildete ein weiteres Highlight am Himmel.

Als um 5 Uhr die ersten Jogger und Radfahrer auftauchten war klar, es ist Zeit aufzubrechen. Die Arbeit ruft und es wird Zeit zum Fr√ľhst√ľcken. Es war eine tolle Nacht in angenehmer Gesellschaft. Selbst die Frau hatte es nicht bereut die halbe Nacht daf√ľr zu opfern.

Gegen√ľber den Bildern die Stephan gemacht hat sind meine nicht so gut, aber das Erlebnis z√§hlte mehr.

 

Mondfinsternis_2015_